Zeller-Mörike-Garten

Ein Nagolder Kulturdenkmal

"Schau in die Schöpfung hinaus, wenn düstere Sorgen dich grämen! Hör, wie die Lerche dort singt! Sieh, wie die Blume hier lacht!"

 

Um täglich die tiefe Verbundenheit mit der Natur genießen zu können, kaufte der Nagolder Apotheker  Gottlieb Heinrich Zeller im Jahre 1831 einen Garten am Rande der Stadt, der seiner Familie und ganz besonders seinem kranken Vater als Erholungsort dienen sollte. Für ihn errichtete er eine kleine Laube (Vatersruh) und lässt 1862 ein Gartenhaus (ein sogenanntes Schweizerhaus) darin erbauen.

 

In diesem Jahr wird der Garten zum Schauplatz einer interessanten Begegnung: Ein Verwandter der Familie Zeller bringt einen Freund mit zu Besuch in das Schweizerhaus.  Es ist Eduard Mörike - ein Dichter, der zu diesem Zeitpunkt bereits über die Grenzen von Württemberg hinaus große Bekanntheit erlangt hat und im nahegelegen Röthenbach zur Kur ist. Die Gesellschaft spaziert  gemeinsam zum Garten hinaus, nimmt auf dem überdachten Sitzplatz des neu erbauten Gartenhauses Platz und lauscht Mörikes Rezitationen seiner Gedichte.

 

Über diese eindrückliche Begegnung mit der Familie Zeller und über die Romantik des Gartens mit Blick zur Hohennagold schreibt Mörike aus der Badekur an seine Frau: "Wir wollen noch einen einen Spaziergang gegen Nagold in Zellers Garten machen, wo wir denselben bei einem Imbiss treffen."




Öffnungszeiten

Von April bis Oktober ist der Zeller-Mörike-Garten immer sonntags und an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet

Mitglieder des Fördervereines führen durch das Ensemble und erzählen den Besuchern die Geschichte des Gartens und des Hauses. Dank vieler liebevoller Details können diese beispielsweise in Zellers Lieblingslektüre stöbern, oder sich einen aninmierten Film über die Begegnung Zellers und Mörikes anschauen.



Veranstaltungen

Besondere Führungen mit erweiterten Öffnungszeiten entnehmen Sie bitte dem Jahresprogramm

Führungen für Gruppen können gern auch außerhalb der Sonntags Öffnungszeiten vereinbart werden. Führungen für Schulklassen, Vorträge, Apothekergartenführungen und Sommerlesungen runden das Angebot ab.



Der Apothekergarten

2013 konnte der Apothekergarten vom Landesgartenschaugelände im Nagolder Kleb in den Zeller-Mörike-Garten umziehen. Die Beete wurden im Stil der Biedermeier-Zeit angelegt. Nach und nach bekommt der Garten ein Aussehen, wie es für die Biedermeier-Zeit typisch ist, mit damals typischen Arzneipflanzen wie Lavendel, Beinwell, Rosmarin, Malve, Salbei, Arznei-Löwenzahn, etc.